Si­re­nen­ge­sang des Kremls

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Si­re­nen­ge­sang des Kremls
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Fallen Sie nicht auf den Si­re­nen­ge­sang des Kremls herein. Vorgetäuschte Stärke und Manipulation verschleiern einen ‚Riesen‘, der auf tönernen Füßen wankt.

Der jüngste europäische diplomatische Besuch von Präsident Selenskyj löste eine Welle von pro-Kreml Desinformationsnarrativen aus, die sich alle auf ein zentrales Thema konzentrieren: den bevorstehenden Zusammenbruch der Ukraine und die angebliche Erkenntnis des Westens über die Unbesiegbarkeit Russlands.

Diese Desinformationsbemühungen dienen einem doppelten Zweck. Für das russische Publikum sollen sie den Eindruck erwecken, dass die ‚Spezialoperation‘ nach Plan verläuft und der Sieg in greifbarer Nähe ist.

Für das westliche Publikum wird die Ukraine weiterhin fälschlicherweise als verlorene Sache und als untragbare finanzielle Last dargestellt. In dem Versuch, Selenskyjs Besuch in europäischen Hauptstädten weiter zu diskreditieren, griffen bekannte pro-Kreml Propagandakanäle auf eine ihrer bewährten Methoden zurück, indem sie ein gefälschtes Titelblatt des Magazins Charlie Hebdo als ‚Beweis‘ für ihre Desinformation nutzten.

Dieses gefälschte Titelblatt sollte den falschen Eindruck erwecken, dass selbst westliche Satiremedien Selenskyjs ‚Siegesplan‘ kritisierten, obwohl Charlie Hebdo konsequent eine redaktionelle Haltung gegen die Politik des Kremls und die Invasion in der Ukraine beibehalten hat.

Dennoch könnten die Taktiken des Kremls tatsächlich eine erhebliche Verzweiflung offenbaren. Stärke zu projizieren, wenn die russischen Verluste laut US-Quellen über 600.000 Menschen betragen, klingt wie ein verzweifelter Versuch, das Publikum sowohl im In- als auch im Ausland zu täuschen.

False flags und gefälschte Anzeigen

In einem dreisten Versuch, den Informationsraum zu manipulieren, startete ein Netzwerk von wahrscheinlich unechten Konten, die dem pro-kremlischen Ökosystem für Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI) angehören, am 8. Oktober eine koordinierte Desinformationskampagne.

Mehrere Konten veröffentlichten eine Reihe von visuellen Inhalten, darunter gefälschte Infografiken mit dem Logo eines bekannten Sicherheitsunternehmens, die fälschlicherweise behaupteten, die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) würden Söldnern bessere Gehälter als die Ukraine anbieten. Innerhalb weniger Stunden wurden diese irreführenden Posts von Tausenden mutmaßlichen Bot-Konten geteilt und überfluteten die Kommentarbereiche verifizierter X-Profile.

Eine gefälschte Infografik mit falschen Behauptungen und Versprechungen

Diese koordinierte Aktion führte dazu, dass mehrere Variationen desselben falschen Narrativs gleichzeitig verbreitet wurden, jede unterstützt von einem separaten Netzwerk unechter Konten. Die visuellen Inhalte wurden in Englisch, Französisch, Polnisch, Deutsch und Spanisch verbreitet. Bis zum 12. Oktober hatten über 10.000 wahrscheinlich unechte Konten an der Operation teilgenommen, was insgesamt mehr als 100.000 Posts ausmachte.

Ein alter Feind

Dieser orchestrierte Einsatz trägt alle Kennzeichen einer russischen FIMI-Operation, die Taktiken widerspiegelt, die der berüchtigten „Doppelgänger“-Kampagne zugeschrieben werden (siehe auch hier und hier).

Die Täter setzten eine Reihe von Techniken ein, von der Erstellung irreführender bildbasierter Inhalte und der Identifizierung sozialer Schwachstellen bis hin zur Segmentierung des Publikums und der Imitation legitimer Entitäten. Die Ausführungsphase umfasste das Überfluten der Mainstream-Sozialen Medien, das Verschleiern der Netzwerkidentitäten und die Nutzung von Scheinfirmen, um ihre Infrastruktur zu verschleiern.

Das Ziel dieser Desinformationsoperation scheint zweifach zu sein: die ukrainische Armee als wirtschaftlich schwach und unterlegen gegenüber Russland darzustellen, um ausländische Freiwillige davon abzuhalten, sich den Truppen anzuschließen, und gleichzeitig Israel als internationalen Aggressor darzustellen, der aktiv Söldner rekrutiert. Es ist ein sorgfältig berechneter Schritt, der darauf abzielt, die ukrainischen Streitkräfte zu demoralisieren und weitere Spannungen in der internationalen Gemeinschaft zu schüren.

Weitere pro-kremlische Desinformationen, die unser tiefstes Seufzen verdienen:

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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